HOME

Informationen über Laufenten


Rassemerkmale
Farbschläge
Lautäusserungen



Voraussetzungen
Anschaffung
Haltung
Brut
Futter
Eier
Krankheiten
    Allgemeines
ERSTE HILFE  
Entwurmen
Impfen
Augenprobleme
Beinprobleme
Verschiedene
Vergiftungen
Risspilze
Federausfall
Behandlungskosten
Medikament eingeben
Medikam. Dosierung
Zwangsernährung
Vitamine
Untersuchungsämter
 
Was tue ich wenn ...
Aufstallungsgebot



Tierschutz


Laufitreffen 2002


Presse


rent-an-ent


Impressum


Bestellungen


Quaakpack

Krankheiten - ERSTE HILFE

Zu Notfällen kann es immer kommen, Unfälle oder Angriffe durch andere Tiere oder Artgenossen sind nie auszuschliessen.

Oft kommt es dabei, genau wie beim Menschen, zu Schockzuständen, denen schnell und konsequent begegnet werden muss. Bis man den nächsten Tierarzt erreicht kann es zu spät sein, man muss sofort eine Erstversorgung vornehmen, um den Zustand des Vogels bis zur weiteren Behandlung zu stabilisieren.

Als erstes sollten die Körperfunktionen des Tieres überprüft werden. Am wichtigsten ist die Farbe der Schleimhäute, sie sollten rosa sein. Die Atmung sollte ruhig und regelmässig erfolgen.

Anzeichen für Trauma sind unter anderem:

  • Offener Schnabel, schwere Atmung
  • herabhängende Flügel
  • geschlossene Augenlider

    Anzeichen für Schock sind unter anderem:

  • Kalte Füsse
  • blutleere, blasse Schleimhäute
  • Zittern
  • Bewusstlosigkeit
  • zielloses Starren des Vogels

    Ein Vogel im Schock sollte, genau wie ein Mensch, ruhig und warm gehalten werden, dazu am besten im Dunklen, und sollte möglichst nicht hin- und herbewegt werden.
    Auf die Brustseite legen (dabei auf Verletzungen achten) und möglichst bei Bewusstsein halten (Ansprechen!). Stärkere Blutungen sollten abgebunden werden, Unterbrechung der Blutzufuhr maximal 30 Minuten, dann kurz unterbrechen und wenn nötig wieder abbinden. Die Atmung muss kontrolliert werden, Schnabel, Schnabelhöhle und Luftröhre müssen frei von Fremdkörpern sein. Zum Transport wird das Tier auf einen weichen Lappen oder Tuch gebettet, um es vor unnötigem hin- und herrollen zu schützen.

    Was unternimmt man?

    Bewusstlosigkeit

    Brustlage, Schnabel tiefer lagern um ein Ersticken im Falle von Erbrechen zu verhindern, Schnabelhöhle kontrollieren, etwa vorhandene Fremdkörper entfernen und den Vogel warm halten.

    Atemstillstand

    Gleiche Maßnahmen wie bei Bewusstlosigkeit, zusätzlich sollte der Vogel alle 2 sec über die Nasenlöcher beatmet werden Hierbei wendet man eine Mund zu Nasenloch Technik an. Der Schnabel des Tieres wird geschlossen und mit dem Mund umschließt man die Nasenlöcher. Nun bläst man Luft durch die Nasenlöcher in den Vogel. Bei erfolgreicher Beatmung hebt sich der Brustkorb des Tieres.
    Achtung: Es darf nicht zu stark eingeblasen werden, schon bei geringem Druck können die Luftsäcke eines Vogels platzen, dann ist keine Rettung mehr möglich!

    Herzstillstand

    Hierbei ist der Vogel in Rückenlage zu legen. Auch hier den Schnabel tiefer lagern und auf freie Atemwege achten. Anschließend beginnt man mit einer Herzmassage. Hierbei legt man den Finger tief in den Brusteingang (dieser Griff dient auch zur Überprüfung der Herzfunktion) und versucht rhythmisch Druck auf das Herz auszuüben. Zudem ist es möglich, bei fixiertem Körper des Tieres, parallele ruderartige Bewegungen mit beiden Flügeln durchzuführen. Eine weitere Alternative ist die rythmische Druckausübung auf den Brustkorb mit der flachen Hand. Alle Maßnahmen sollten von einer Beatmung alle 2 sec über die Nasenlöcher begleitet werden.

    Verletzungen

    sind bei Unfällen häufig. Diese findet man oft im Bereich des Kopfes. Es zeigen sich Blutungen im Gehörgang, am Auge oder auf der Wachshaut. Innere Verletzungen sind häufig durch eine erschwerte Atmung, Husten, blasse Schleimhäute oder auch Hautblasenbildung gekennzeichnet. Gliedmaßenblutungen können, wie bereits erwähnt abgebunden werden. Wunden sollten freigeschnitten und desinfiziert werden. Hierbei gilt vermehrtes Spülen als beste Möglichkeit der Wundreinigung. Angelegte Druckverbände verhindern eine Wundverschmutzung und stillen die Blutung. Im Brustbereich sollten Druckverbände unterbleiben da diese die Atmung behindern können.

    Knochenbrüche

    Instabile Gliedmaßen oder die fehlende Belastung von Extremitäten deuten darauf hin. Stellt man Knochenbrüche fest, so sind diese grob zu stabilisieren. Dies beugt weiteren Splitterbrüchen, sowie einer Hautverletzung durch Knochensplitter vor. Oft sind Brüche beim Vogel bereits offen (Haut verletzt). Vor der Stabilisierung sollte deswegen eine Wundreinigung erfolgen. Verbände sind das geeignetste Mittel der Stabilisierung, aber eine zufriedenstellende Knochenheilung kann hiermit nicht erreicht werden. Verbände dienen daher nur dem Transport zum Tierarzt damit dieser eine geeignete Operation zur Bruchversorgung durchführt.

    Wunden

    entstehen auch als Folge von Angriffen durch Beutegreifer. Oft sind diese Wunden nicht zu erkennen oder nur sehr klein und werden nicht ernst genommen. Es handelt sich hierbei jedoch um einen Notfall, da Blutvergiftungen entstehen können. Auch wenn der Vogel zunächst gesund erscheint ist ein Tierarztbesuch nach einem solchen Ereignis anzuraten.

    Krämpfe

    Treten bei einem Vogel Krämpfe auf, so sollte versucht werden den Vogel ansprechbar zu halten. In jedem Fall sind Dauer und Häufigkeit sowie betroffene Körperteile der Krämpfe zu notieren. Dies gibt dem Tierarzt später wichtige Hinweise zur Ursache und Behandlung.

    Erstickungsgefahr bei Schnecken

    Besonders bei jungen Enten besteht die Gefahr, dass sie sich bei grossen Schnecken übernehmen. Die Schnecke bleibt der Ente im Hals stecken, in der Folge erstickt die Ente.

    Gegenmassnahmen:
    • Schnecke im Hals nach oben oder unten massieren
    • Schnecke mit Pinzette entfernen
    • immer genügend Wasser bereitstellen, dass die Ente gut vor- bzw. nachspülen kann

    Bei Erstickungsanfällen des Tieres ist unbedingt die Schnabelhöhle zu kontrollieren, der Kopf nach unten zu halten und jegliche Belastung vom Brustkorb zu nehmen. Es kann dann versucht werden den Vogel zu beatmen.

    Vergiftungen

    Sollten Vergiftungen auftreten, so sind selbständige Maßnahmen nur von Vorteil wenn das gefressene Gift bekannt ist und die Aufnahme sofort bemerkt wird. Ein in den Schnabel eingespanntes Gummiband kann den Vogel zum Erbrechen veranlassen. Lauwarmes Salzwasser als Brechmittel zu verwenden ist ein hohes Risiko da es zu Nierenschäden führen kann. Je nach Gift (ätzende Stoffe), kann das Erbrechen auch von Nachteil sein. Es ist grundsätzlich besser bei Vergiftungen keine eigenen Maßnahmen zu ergreifen da der Weg zu einem Tierarzt meist nicht weit ist.



     
    Es sollte immer klar sein, dass alle die oben aufgeführten Maßnahmen nur Erste Hilfe sind und keine vollständige Behandlung des Tieres bedeuten. Diese Anleitung ist kein Ersatz für einen Besuch beim Tierarzt, der eine gründliche und fachgerechte Versorgung des Vogels durchführt. Und auch kleine Verletzungen oder scheinbar harmlose Unfälle sollte man nicht unterschätzen.
     
  •   admin: b1 at clauss.name